Kneipp Verein Gelting e. V.
Mit Kneipp in die Zukunft


Ernährung

Die meisten Menschen verbinden mit dem Namen ‚Kneipp‘ in der Regel nur ‚kaltes Wasser‘. Aber sich darauf zu beschränken, würde der Kneipp’schen Lehre nicht im entferntesten gerecht werden.

 

Pfr. Kneipp war ein Befürworter der einfachen, naturbelassenen Vollwertkost. Er kannt ja die natürliche Landkost aus seinem Elternhaus. Er lobte den Wert von Gemüse und Obst und empfahl Vollkornbrot. Kneipp warnte schon damals vor Genussmittelmissbrauch und einem Zuviel an tierischem Eiweiß (Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Quark, Joghurt und Käse). Weil er den Bohnenkaffee für bedenklich hielt, wurde nach seinem Vorschlag der original „Kathreiner“, ein Ersatzkaffee, entwickelt. „Die Zubereitung der Speisen soll einfach und ungekünstelt sein. Je näher die Speisen dem Zustande kommen, in welchem sie uns von der Natur geboten werden, desto gesünder sind sie“, riet Kneipp. „Nur die Rückkehr zur einfachen und regelmäßigen Lebensweise kann die heutige menschliche Gesellschaft retten. Kehrt das Volk zur Abhärtung und einfachen Kost zurück, so wird in der Menschheit bald ein Aufschwung zu verzeichnen sein.“

 

Auch im Zusammenhang mit der richtigen Ernährung fand Kneipp die richtigen Worte: „Wenn Du merkst Du hast gegessen, hast Du schon zu viel gegessen. Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche – nicht durch die Apotheke!“

 

Leider wurden viele Ernährungsvorschläge Kneipps modifiziert und an die heutige Ernährungslehre an-gepasst. Die herkömmliche Ernährungslehre hält hartnäckig an einer kalorienbilanzierten, optimierten Mischkost fest.

 

Mit einer vitalstoffreichen Vollwertkost lassen sich dagegen die ernährungsbedingten Zivilisationskrank-heiten vermeiden. Es werden möglichst frische, biologisch angebaute Lebensmittel empfohlen. Mindes-tens ein Drittel der täglichen Nahrungsmenge sollte aus Frischkost bestehen: Gemüse, Salate, Obst (je nach Jahreszeit), Frischkorngericht, gekeimtes Getreide, Nüsse, kaltgepresste, unraffinierte Pflanzenöle. Zu meiden sind konservierte und präparierte Nahrungsmittel wie Auszugsmehle, isolierter Fabrikzucker, raffinierte Öle und chemische Zusatzmittel in der Nahrung. Der Verzehr von Tiereiweiß sollte einge-schränkt werden (M. O. Bruker, „Unsere Nahrung – unser Schicksal“, emu-Verlag).

 

Quelle: Dr. Jürgen Birmanns: Gesundheit aus einem Guss